Koordinierungsstelle Marzahn-Hellersdorf

Demokratiebericht Marzahn-Hellersdorf für das Jahr 2019 erschienen

In verschiedenen deutschen Städten haben an den vergangenen Wochenenden Menschen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen demonstriert. Aktuell werden diese wachsenden Proteste zunehmend von Akteur*innen der extremen Rechten instrumentalisiert, um gegen die Demokratie als solches zu agitieren (Siehe: Coronakrise, Demokratieentwicklung, Solidarität in der Nachbarschaft, Gefahren durch Rassismus und rechte Hetze…).

. Vor diesem Hintergrund und kurz nach dem 75. Jahrestag der Niederschlagung des Nationalsozialismus erscheint der Demokratiebericht für Marzahn-Hellersdorf für das Jahr 2019. Das gemeinsame und solidarische Einstehen für demokratische Grundwerte erscheint uns aktuell so dringend wie selten zuvor! (mehr …)

Soziale Stadtentwicklung: Gelbes Viertel unter Beobachtung – Wo die Armut wohnt

LichtenbergMarzahn+ berichtet:

Hellersdorf. Gegenüber von Mäc-Geiz sitzen zwei Männer mit Bierflaschen in den Händen auf einer Bank, 1,50 Meter Corona-Abstand zwischen sich. Eine Frau schiebt einen alten Mann im Rollstuhl, eine Mutter mit Kind schleppt schwere Einkaufstüten. Vor der Tür des seit 2014 geschlossenen “Haus der Gesundheit” an der Etkar-André-Straße steht ein vietnamesischer Zigarettenhändler. Obwohl er an der frischen Luft ist, trägt er einen Mund-Nasenschutz. Eine Momentaufnahme an einem Vormittag im Gelben Viertel von Hellersdorf.

Kiez ist abgerutscht

Das Wohngebiet zwischen den U-Bahnhöfen Kienberg und Cottbusser Platz sowie der Carola-Neher-Straße ist abgerutscht. Nach den Daten des Monitorings Soziale Stadt 2019 gehört der Kiez nun zu den 42 Vierteln in Berlin, die als Gebiete ausgewiesen werden, die besonderer Aufmerksamkeit und Förderung bedürfen. Alle zwei Jahre lässt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen solche Sozialdaten erheben. Insgesamt 436 Berliner Kieze, die im Bericht als Planungsräume bezeichnet werden, wurden durchleuchtet. Ermittelt wurde der soziale Status der Gebiete – von 1 (hoch) bis 4 (sehr niedrig). Auch die Dynamik von Veränderungen wurden erfasst unter positiv, stabil, negativ. Zentrale Indikatoren dafür waren: Hartz-IV-Bezug und weitere Transferleistungen sowie Kinderarmut. Betrachtet wurden auch weitere Faktoren wie Jugendarbeitslosigkeit, Alleinerziehende und Altersarmut.

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Siehe auch:

Die Banlieues der Hauptstadt – Berlin spaltet sich in ein reiches Zentrum und arme Ränder (Tagesspiegel, 09.06.2020)

Vorsicht vor den sogenannten “Hygienedemos”

Gegen die als „Hygienedemos“ verharmlosten Aufzüge haben Berliner Initiativen, Anwohner*inneninitiativen, Parteien, Migrant*innenselbstorganisationen eine gemeinsame Resolution „Vorsicht vor den sogenannten ‚Hygienedemos‘“ verfasst. Darin warnen sie vor der Gefahr, die von dieser neuen rechte Straßenbewegung ausgeht und treffen die Vereinbarung, auch künftig dagegen Position zu beziehen.

Die Resolution, welche auch vom Bündnis für Demokratie und Toleranz Marzahn-Hellersdorf unterstützt wird, sowie die Erstunterzeichner*innen, finden Sie u.a. hier.

Antidiskriminierungsgesetz: Der Staat als Täter

Berlin verabschiedet das bundesweit erste Landesantidiskriminierungsgesetz Die Kritik im Vorfeld der Verabschiedung des bundesweit ersten Landesantidiskriminierungsgesetzes war an schrillen Tönen kaum zu überbieten: CDU und AfD sprachen in der hitzigen Debatte im Berliner Abgeordnetenhaus am späten Donnerstagnachmittag von einem »Landesbeamtendiskriminierungsgesetz«. Dieses stelle Polizist*innen unter »Generalverdacht« und würde von »arabischen Clans« rücksichtslos ausgenutzt werden. Für die …mehr

#SoGehtSolidarisch – Aufruf und Aktionstag am 14.6.2020

Auch die Kampagne Solidarische Kieze Marzahn-Hellersdorf gehört zu den Erstunterzeichner*innen des Aufrufs #SoGehtSolidarisch. Beteiligt Euch in Euren Kiezen mit eigenen Aktionen am Aktionstag am 14.6.2020:

Die Corona-Pandemie trifft uns alle, doch bei Weitem nicht alle gleich. Was vorher ungerecht war, wird in der Krise noch ungerechter. Wir stehen dafür ein, dass niemand zurückgelassen wird und zeigen, dass wir uns auch jetzt nicht gegeneinander ausspielen lassen:

🗓 Am 14. Juni 2020 spannen wir in Berlin, Leipzig und weiteren Städten ein Band der Solidarität durch die Stadt und demonstrieren #unteilbar, verantwortungsbewusst und mit Rücksicht für eine solidarische Zukunft.

Machen wir uns gemeinsam auf den Weg in eine antirassistische, soziale und klimagerechte Gesellschaft! Für ein besseres Leben für alle!

Ob auf der Straße, am Fenster oder im Netz: #SoGehtSolidarisch!

Den kompletten Aufruf und alle Erstunterzeichnenden findet ihr auf: https://www.unteilbar.org/

▶️ Band der Solidarität in Berlin – #SoGehtSolidarisch
▶️ Band der Solidarität in Leipzig – #SoGehtSolidarisch

Presse:

Bundesweite Demos von „Unteilbar“: „Band der Solidarität“ (taz, 04.06.2020)

Rassismus: Wie Schwarze in Deutschland auf den Tod George Floyds reagieren

Der Tod des Schwarzen George Floyd bei einem Polizeieinsatz in den USA hat weltweit Empörung ausgelöst – und eine Debatte über Polizeigewalt und Rassismus. Auch in Deutschland gibt es Proteste und vermehrt Aufmerksamkeit für die Diskriminierung von Schwarzen. Pressemeldungen, Kommentare und Diskussionsbeiträge: Nach dem Tod von George Floyd: Die Wut ist verständlich (ze:tt, 29.05.2020) Wie …mehr

Lob für Nazis, Leugnung des Holocausts: Berliner AfD-Politiker Bernd Pachal als Bundespolizist gefeuert

Der Tagesspiegel berichtet über den Fall des stellvertretenden Vorsitzenden Bernd Pachal der AfD-Fraktion in Marzahn-Hellersdorf:

Er hatte Heydrich gelobt und antisemitische Positionen vertreten: Trotzdem war Bernd Pachal in der AfD willkommen – bis ein Gerichtsurteil öffentlich wurde.

Als Scharfmacher ist der AfD-Verordnete Bernd Pachal in der Bezirkspolitik von Marzahn-Hellersdorf nicht gerade aufgefallen. Als stellvertretender Vorsitzender seiner Fraktion kam er eher tapsig daher und trug selten Originelles zu den Sitzungen der Bezirksverordnetenversammlung bei. Oft ergriff Pachal am Ende einer langen Debatte das Wort und fasste noch mal zusammen, was andere auch schon gesagt hatten. Substanziell Neues war von ihm kaum zu hören, auf flüchtige Beobachter konnte er wie ein harmloser Zeitgenosse wirken.

Welche Einstellungen Pachal tatsächlich vertritt, leuchtet ein Urteil aus, mit dem das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg Anfang März letztinstanzlich ein Disziplinarverfahren gegen ihn abgeschlossen hat (hier der Wortlaut). Es endete für den AfD-Politiker mit der Entfernung aus dem Dienst als Bundespolizist – wegen “Verletzung der Pflicht zur Verfassungstreue, Leugnung des Holocausts, Kundgabe antisemitischer Äußerung und Verherrlichung führender Personen des NS-Regimes”.

Weiterlesen hier.

Weitere Meldungen zum Thema:

Das taktische Verhältnis der AfD zum Nationalsozialismus (Tagesspiegel, 02.06.2020)

Pachal kommt Rauswurf zuvor (Berliner Woche, 04.06.2020)

 

Ein Hoch auf die Nachbarschaft

“Helfen wir einander” lautet das Motto des diesjährigen Aktionstages am 29. Mai

Zum dritten Mal wird am 29. Mai bundesweit der „Tag der Nachbarn“ gefeiert. Auf große Straßenfeste muss in diesem Jahr allerdings verzichtet werden. Stattdessen haben die Initiatoren dazu aufgerufen, mit großen und kleinen kontaktlosen Aktionen ein Zeichen für Gemeinschaft, Solidarität und Hilfsbereitschaft zu setzen. Auch Einrichtungen aus Marzahn-Hellersdorf machen mit. 

Ein starkes Miteinander in der Nachbarschaft war vielleicht noch nie so wichtig. „Viele Menschen haben es jetzt besonders schwer – der ältere Herr, der keinen Besuch mehr empfangen kann, die Altenpflegerin und die Kassiererin, die durch extralange Schichten noch müder von der Schicht nach Hause kommen, oder die alleinerziehende Mutter, die Home-Office und Kinderbetreuung gleichzeitig stemmen muss“, sagt Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, die die Initiative der nebenan.de-Stiftung unterstützt. Der Tag der Nachbarn sei daher der perfekte Anlass, um solchen Menschen eine kleine Freude zu bereiten.

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Praxissemester in der Koordinierungsstelle für Demokratieentwicklung Marzahn-Hellersdorf

Ab 15. Juni 2020 besteht wieder die Möglichkeit ein Praktikum oder Praxissemester in der Koordinierungsstelle für Demokratieentwicklung zu machen.

Die Koordinierungsstelle beobachtet demokratiegefährdende Phänomene zusammen mit Kooperationspartner*innen, z.B. den beiden bezirklichen Registerstellen zur Erfassung rechtsextremer und diskriminierender Vorfälle, und entwickelt darauf aufbauend zusammen mit Akteur*innen vor Ort passende Handlungsstrategie. Dabei ist die Sensibilisierung für die Themen Rassismus, extreme Rechte und Diskriminierungsformen jeglicher Art ein zentrales Anliegen.

Während des Praktikums kannst du:

  • Kennenlernen welche Institutionen, Einrichtungen, Vereine und Initiativen sich in Marzahn-Hellersdorf für ein demokratisches Miteinander engagieren, z.B. das Bündnis für Demokratie und Toleranz am Ort der Vielfalt Marzahn-Hellersdorf
  • Über lokale und deutschlandweite demokratiegefährdende Phänomene und extrem rechte Raumergreifungsstrategien mehr erfahren
  • Einblicke in die verschiedenen Facetten der Arbeit der Koordinierungsstelle bekommen und diese unterstützen, z.B. Öffentlichkeitsarbeit wie die Newsletter-Erstellung, am fachlichen Austausch in Arbeitsgruppen, Sitzungen und Vernetzungsrunden teilnehmen, bei der Entwicklung von Diskussions- und Veranstaltungsformaten unterstützen
  • Entdecken, welche Formate die zivilgesellschaftlichen Akteur*innen in Marzahn-Hellersdorf entwickeln und öffentlich wahrnehmbar anbieten: z.B. Demokratiefeste
  • eigene Ideen für Formate einbringen und umsetzen

Die Ausschreibung als PDF: Praktikum in der Koordinierungsstelle für Demokratieentwicklung Marzahn Hellersdorf

Kontakt: 

Koordinierungsstelle für Demokratieentwicklung Marzahn-Hellersdorf

Moritz Marc

Telefon: 030 / 92 25 71 40

koordinierungsstelle-mh@pad-berlin.de

Aufruf zur Beteiligung an den “Interkulturellen Tagen in Marzahn-Hellersdorf 2020”

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit gebe ich bekannt, dass die traditionelle Veranstaltungsreihe „Interkulturelle Tage in Marzahn-Hellersdorf“ in diesem Jahr vom 5. bis 25. September 2020 stattfinden wird. Ich rufe Sie herzlich dazu auf, sich mit vielfältigen Aktivitäten an den „Interkulturellen Tagen in Marzahn-Hellersdorf“ zu beteiligen und in Ihre Veranstaltungsplanung für Herbst eine oder mehrere Veranstaltung(en) mit aufzunehmen.

Mir ist selbstverständlich bewusst, dass unter den ungewissen Bedingungen der gegenwärtigen Corona-Pandemie längerfristige Planungen nur schwer möglich sind und bestimmte Formate, welche die Einhaltung der unbedingt notwendigen hygienischen Sicherheitsmaßnahmen und der diesbezüglichen staatlichen Regelungen nicht gewährleisten können, nicht in der gewohnten Art und Weise realisierbar sind. (mehr …)