Koordinierungsstelle Marzahn-Hellersdorf

Fachaustausch: Impfskepsis zwischen Kritik und Menschenfeindlichkeit

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie stellen pädagogische Fachkräfte vor viele Herausforderungen. Dies betrifft auch die Maßnahmen zu ihrer Eindämmung. So wird einerseits „das Durchimpfen“ der Bevölkerung als Exitstrategie
verfolgt, andererseits ist aber bei vielen Menschen eine tiefe Verunsicherung festzustellen:

Warum gibt es so schnell Impfstoffe? Soll man sich und seine Kinder impfen lassen, obwohl es noch keine Langzeitstudien zu möglichen Auswirkungen gibt? Welcher Impfstoff ist am zuverlässigsten? Rechte Akteur*innen nutzen diese Unsicherheit, um Verschwörungserzählungen zu verbreiten und diffuse Abwehr zu demokratiefeindlichen Protesten und Aktivitäten zu bündeln. Der Fachaustausch lädt dazu ein, auf fundierter Wissensgrundlage die eigene Haltung zu reflektieren und sich über Umgangsweisen zu verständigen, um der eigenen Zielgruppe und den Alltagsfragen handlungssicher zu begegnen.

Impfskepsis zwischen Kritik und Menschenfeindlichkeit
Impulsvortrag und Austausch mit Benjamin Winkler (Amadeu Antonio Stiftung, Leipzig)
22.06.2021
10:00 bis 13:00 Uhr (digital)

Die Anzahl der Teilnehmenden ist begrenzt. Bitte die Anmeldungen per E-Mail hierhin richten:
aras@offensiv91.de

Der Flyer zur Veranstaltung mit dem groben Ablauf befindet sich hier.

Der Fachaustausch wird organisiert vom überbezirklichen Fachtagskreis “Grenzenlos gestärkt in den Alltag” aus den Bezirken Pankow, Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf, Treptow-Köpenick sowie die Praxisstelle ju:an.

Gegen rechte Hetze – Berliner Träger veröffentlichen Erklärung

Fast 90 Berliner Träger aus dem sozialen Bereich haben bisher die Erklärung „Gegen rechte Hetze und Verschwörungserzählungen“ unterzeichnet. Die Unterzeichner*innen betonen darin ihre Menschenrechtsorientierung und stellen sich gegen Diffamierungsversuche ihrer Arbeit.

Heute Morgen, am Mittwoch, den 19. Mai, fand das digitale Pressegespräch zur Veröffentlichung der Trägererklärung  statt. An dem Gespräch beteiligten sich Aliye Stracke-Gönül als Geschäftsleiterin von Fabrik Osloer Straße e.V., Marita Orbegoso von Migrate Peru e.V. und Tilmann Weickmann als Geschäftsleiter des Landesjugendrings Berlin e.V.. . Alle Teilnehmenden bekräftigten als Mitunterzeichner*innen ihre gemeinsame Haltung für eine starke und menschenrechtsorientierte Debattenkultur.

Bis zum 19. Juni können noch weitere Träger unsere Erklärung unterstützen. Bitte sendet dafür eine entsprechende Mail an: zentrum@offensiv91.de.

Herzliche und solidarische Grüße

Wir, das sind [moskito] Fach- und Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus, für Demokratie und Vielfalt (Pankow),
die Fach- und Netzwerkstelle Licht-Blicke (Lichtenberg)
das Vor-Ort-Büro von Demokratie in der Mitte (Berlin-Mitte)
die Koordinierungsstelle für Demokratieentwicklung (Marzahn-Hellersdorf), 
und das Zentrum für Demokratie (Treptow-Köpenick).

Weitere Materialien zum Download:

2021_2. Wir machen die Trägererklärung lebendig_n

2021_3. Druckvorlage_Ich bin dabei

Demokratiebericht Marzahn-Hellersdorf für das Jahr 2020 erschienen

Liebe Leser*innen!

Die Erstellung des Demokratieberichts für das Jahr 2020 wurde von den massiven gesellschaftlichen Auswirkungen durch die weltweite Corona Pandemie begleitet. Zu ihrer Eindämmung wurden viele staatliche Maßnahmen ergriffen, die seit Beginn der Pandemie immer wieder auch Protest auf der Straße nach sich zogen. Neben berechtigten Kritikpunkten gab es im vergangenen Jahr aber auch zunehmend Proteste, welche verstärkt an Verschwörungserzählungen, Fake News und eindeutig extrem rechten Ideologiemustern anknüpften. Es entstand eine Art Pegida 2.0 mit Großdemonstrationen in Stuttgart, Leipzig, Berlin und anderswo mit zum Teil mehreren zehntausend Teilnehmer*innen.

Die Zivilgesellschaft in Marzahn-Hellersdorf versuchte im Rahmen des Engagements des Bündnisses für Demokratie und Toleranz und darüber hinaus den gesundheitlichen, sozialen und politischen Gefahren und Herausforderungen im Rahmen der Pandemie ein solidarisches Miteinander in den Kiezen des Bezirks z.B. in Form der Kampagne Solidarische Kieze Marzahn-Hellersdorf entgegenzusetzen. Viele stehen weiterhin für eine diverse und solidarische Gesellschaft ein, die gerade in diesen schwierigen Zeiten auf ein zivilgesellschaftliches Miteinander anstatt gesellschaftlicher Spaltung und Diskriminierung setzt. (mehr …)

Einladung zur Pressekonferenz 19.Mai

Für Berlin ist 2021 ein Superwahljahr. Mit Sorge beobachten die Unterzeichner*innen, dass gerade in Wahlkampfzeiten die Würde und Gleichheit aller immer wieder missachtet wird: Ras­sistische und diskriminierende Klischees werden bedient, Hetze gegenüber ganzen Bevölkerungsgruppen verbreitet. Die unterzeichnenden Träger treten für eine starke, menschenrechtsorientierte Debattenkultur ein und verwahren sich gegen Diffamierungsversuche ihre Arbeit durch rechte und rechtspopulistische Akteure.

Die Initiator*innen der Erklärung laden zum Online-Pressegespräch  am 19. Mai 2021 um 10:00 Uhr ein. Anlass der Pressekonferenz ist die Veröffentlichung der Erklärung „Gegen rechte Hetze und Verschwörungserzählungen“ von Berliner Trägern aus dem sozialen Bereich.

Im Pressegespräch informieren Sie:

  • Aliye Stracke-Gönül (Fabrik Osloer Straße e.V. und Initiatorin der Erklärung)
  • Tilmann Weickmann (Geschäftsführung Landesjugendring Berlin e.V.)
  • Vertreter*in von Migrate Peru e.V. (angefragt)
  • Moderation: Annika Eckel (pad gGmbH)

Anschließend können Pressevertreter*innen Fragen stellen.

Bereits 2018 haben die Initiator*innen eine Erklärung „Für Menschenrechte und eine demokratische Kultur“ initiiert, die berlinweit 180 Organisationen und Einrichtungen mitunterzeichnet haben (https://licht-blicke.org/180-berliner-traeger-setzen-gemeinsam-ein-starkes-zeichen-gegenueber-der-afd/).

Der Weblink zum Online-Pressegespräch wird nach Anmeldung unter mail@licht-blicke.org versendet. 

Wir suchen Bewohnerinnen und Bewohner aus Marzahn

Das Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung in Erkner untersucht gemeinsam mit Projektpartnern aus Estland und Russland, wie sich das Alltagsleben in den Großwohnsiedlungen in diesen Ländern seit der Wende gestaltet. Auf deutscher Seite untersuchen wir die Prozesse exemplarisch in Halle Neustadt und Berlin Marzahn. 

Dafür ist uns Ihre Erfahrung und Perspektive wichtig! 

Wir freuen uns darauf, im Gespräch mit Ihnen und anderen Anwohnenden zu erfahren, wie Sie Ihren Wohnalltag in Marzahn wahrnehmen:

  • Wie ist der Alltag in Ihrer Nachbarschaft?
  • Was hat sich seit der Wende verändert?
  • Was bietet Marzahn?
  • Welche Probleme gibt es?

(mehr …)

Berliner Großsiedlungen am Scheideweg?

Neue Studie des Kompetenzzentrum Großsiedlungen e.V. zu den Berliner Großsiedlungen erschienen.

In der Studie wurden die sozialen, städtebaulichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen untersucht und Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige Entwicklung abgeleitet.
Befunde zur Belegungspolitik, zum Wandel der Sozialstruktur und zum ergänzenden Bauen innerhalb vorhandener Nachbarschaften sind zum Teil auch für die bundesweite Diskussion zur Zukunft der Großsiedlungen von Interesse.

Mit dieser Studie hat sich Kompetenzzentrum Großsiedlungen den großen Wohnsiedlungen der 1960er bis 1980er Jahre gewidmet, in den rund ein Viertel der Berliner Bevölkerung wohnt und deren Bedeutung für den Berliner Wohnungsmarkt als Ganzes nicht unterschätzt werden darf.

Eine behutsame städtebauliche Planung und intensive Betreuung gepaart mit sensibler Belegungspolitik haben bewirkt, dass die Mehrzahl der großen Wohnsiedlungen in einem baulich guten Zustand ist und der soziale Frieden in den Nachbarschaften gewahrt blieb. Allerdings sind die Veränderungen in der Bewohnerstruktur inzwischen so gravierend, dass sie zur Überforderung der Nachbarschaften führen können.

– Anhand des in dieser Form erstmals zusammengestellten Datenmaterials belegt die Studie den gestiegenen Beitrag der Großsiedlungen zur Wohnraumversorgung besonders bedürftiger Haushalte. Hier leben deutlich mehr Haushalte von Transferbezug, ist die Kinderarmut doppelt so hoch, leben mehr Menschen mit Migrationshintergrund als anderswo in Berlin.
– Die Dynamik der Zuwanderung seit 2015 hat die Integrationserfordernisse weiter verstärkt. Die Schnelligkeit der Veränderung in den sozialen Strukturen birgt Konfliktpotenzial und weist darauf hin, dass nicht nur benachteiligte Quartiere weiterhin Unterstützung brauchen, sondern auch die Nachbarschaften in stabilen Siedlungen mit präventiven Maßnahmen gestützt werden müssen.
– Hinzu kommen neue Herausforderungen: In den großen Wohnsiedlungen wird beengter gewohnt als in anderen Quartieren. Die Corona-Pandemie wirkt daher als zusätzlicher Katalysator potenzieller Konflikte.

Insgesamt wird deutlich: Die großen Quartiere schultern soziale Leistungen für die Stadt als Ganzes, die infolge der Anspannung auf dem Wohnungsmarkt zugenommen haben. Sie entlasten damit andere Quartiere. Deshalb brauchen sie mehr politische Aufmerksamkeit und Unterstützung anstelle der zuweilen immer noch anzutreffenden Stigmatisierung in der öffentlichen Meinung.

Weiterlesen hier.

Presse:

Berliner Großsiedlungen in Gefahr (FAZ, 23.04.2021)

Studie: Soziales Klima in Großsiedlungen könnte kippen (Süddeutsche Zeitung, 23.04.2021)

Großsiedlungen könnten sozial kippen (Deutschlandfunk Nova, 23.04.2021)

Berliner Großsiedlungen auf dem Weg zu Pariser Banlieues? (Haufe online, 23.04.2021)

 

Newsletter für Demokratieentwicklung in Marzahn-Hellersdorf – Mai/Juni 2021

Liebe Leser*innen,

herzlich willkommen zum dritten Newsletter der Koordinierungsstelle für Demokratieentwicklung Marzahn-Hellersdorf im Jahr 2021.

Auch aus den vergangenen Wochen gibt es wieder über einige Entwicklungen im Bereich der Demokratieentwicklung und über Aktivitäten der Zivilgesellschaft im Bezirk zu berichten:

Die bekanntgewordenen extrem rechten Aktivitäten an der  “Freien Schule am Elsengrund” haben in den vergangenen Wochen zurecht hohe Wellen geschlagen. Mittlerweile ist das ganze Ausmaß der Verstrickungen in die extreme Rechte bekannt geworden und kann in einem ausführlichen Artikel des Tagesspiegels nochmal mit vielen Belegen nachgelesen werden: Berliner Schulleitung demonstrierte für Holocaustleugnerin Haverbeck Aus Sicht der Koordinierungsstelle besteht nun aber die Hoffnung, dass mit der neuen Geschäfts- und Schulleitung ein wirklicher Neuanfang gemacht werden kann. Wir werden die weiteren Entwicklungen natürlich aktiv im Auge behalten.

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Freiheit geht nur solidarisch. #unteilbar statt vereinzelt

Auch die Koordinierungsstelle für Demokratieentwicklung Marzahn-Hellersdorf unterstützt das Unteilbar-Statement für eine solidarische Gesellschaft anlässlich erneuter Mobilisierungen von „Querdenken“ und anderen Pandemieleugner*innen im Frühling 2021:

Egoismus und Rücksichtslosigkeit zerstören den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wer sich „Querdenken“ anschließt, fordert eine Gesellschaft, in der die gesundheitlichen Gefahren für Millionen Menschen geleugnet werden und in der antisemitisch konnotierte Verschwörungserzählungen an die Stelle von überprüfbaren Fakten treten; in der die demokratische Debatte durch das Recht der Stärkeren ersetzt und die Zusammenarbeit mit Faschist*innen zur Normalität wird. In einer solchen Gesellschaft wollen wir nicht leben. Viele von uns würden sie nicht überleben. (mehr …)

„Dunkelziffer Unbekannt“ veröffentlicht

Im Jahr 2020 wurden den Registerstellen in Marzahn-Hellersdorf 252 extrem rechte und/oder diskriminierende Vorfälle gemeldet. Das sind fast einhundert Meldungen mehr als im Vorjahr (2019: 154).

Heute wurde die neue Ausgabe des Magazins „Dunkelziffer Unbekannt“ veröffentlicht. Dort findet ihr die Jahresauswertung der Antirassistischen Registerstelle Marzahn-Hellersdorf sowie zahlreiche Artikel zur extremen Rechten und Gegenstragien im Bezirk. Downloaden könnt ihr das Magazin hier.

Der Staat muss gegen die „Querdenker“ endlich Härte zeigen

Ein Kommentar des “Tagesspiegels” zu der erneuten Ausschreitungen von Coronaleugner*innen – dieses Mal in Kassel: ‘Die Szene der Coronaleugner agiert immer dreister. Die Polizei war nicht nur beim Auflauf in Kassel überfordert. Wie lange noch? Ein Kommentar. Das darf nicht wahr sein. In Kassel hat sich der Staat am Sonnabend wieder einmal von aggressiven Coronaleugnern …mehr