Koordinierungsstelle Marzahn-Hellersdorf

Wenn Rechtsextremisten freie Schulen unterwandern

Die MBR Berlin schreibt:

„Wir müssen befürchten, dass dort noch weitergehende Versuche rechtsextremer Indoktrination und Agitation vonstatten gehen“, so MBR-Kollege Mathias Wörsching zum Fall der freien Schule am Elsengrund in Berlin-Mahlsdorf.

Holocaustleugnung, Verschwörungsideologie und völkisches Gedankengut an Schulen? In diesem Beitrag des WDR berichten u.a. ehemalige Mitarbeiter der Schule im Stadtteil Marzahn-Hellersdorf über rechtsextreme Einflussnahme. Die MBR begleitet einen der Protagonisten seit vielen Monaten. Er spricht von einem „diktatorischen und sektenhaften Vorgehen der Schulleitung“. Ein ehemaliger Lehrer der Schule beschreibt, dass er aufgrund einer Unterrichtseinheit zum Parteiensystem der Bundesrepublik vonseiten der Schulleitung aufgefordert wurde, solcherlei Inhalte nicht zu behandeln, da dies „Beeinflussung der Schüler“ sei und „Geschichte nichts mit Politik“ zu tun habe. Die MBR kann dies, ausgehend von Berichten verschiedener verschiedener Eltern aus dem Umfeld der Schule, bestätigen: „Bestimmte wichtige Unterrichtsinhalte werden systematisch ausgeblendet, insbesondere die Verbrechen Nazi-Deutschlands im Zweiten Weltkrieg und die Geschichte des Nationalsozialismus“, so unser Kollege Mathias Wörsching. (Ab Minute 23 wird der Fall der Berliner Schule behandelt) Zur WDR-Reportage geht es hier: Wenn Rechtsextremisten freie Schulen unterwandern

Siehe auch:

Schwere Vorwürfe in TV-Bericht: Was ist los an der Freien Schule in Mahlsdorf? (Alles Mahlsdorf, 28.01.2021)

Anfrage von Regina Kittler: Schule im Elsengrund in Berlin-Mahlsdorf im Rahmen des Schulgesetzes? Und die Antwort von Senatorin Scheeres. (Ab Minute 10:37.) Fragestunde (RBB, 28.01.2021)

Nazi-Vorwürfe gegen Mahlsdorfer Schule (BZ, 29.01.2021)

Freie Schule in Berlin-Mahlsdorf unter Rechtsextremismus-Verdacht (Tagesspiegel, 30.01.2021)

Bundestagsvizepräsidentin Pau fordert Ombudsperson für freie Schule (Tagesspiegel, 30.01.2021)

Nachschlag: Subtil nazifiziert (Junge Welt, 01.02.2021)

Kreisverband und Fraktion der SPD M-H fordern unverzügliche und transparente Aufklärung im „Fall Holocaust-Leugnung an der Schule im Elsengrund in Berlin Mahlsdorf“ (01.02.2021)

Der Vorwurf ist groß, es gibt einige Indizien, aber keine endgültigen Beweis (Tagesspiegel, 02.02.2021)

Nähe zu Rechtsextremisten: Eine Schule unter Verdacht (Berliner Kurier, 10.02.2021)

Bildungsverwaltung prüft Entzug der Unterrichtsgenehmigung (Tagesspiegel, 17.02.2021)

Verfassungsschutz hat Freie Schule in Mahlsdorf im Visier (Süddeutsche Zeitung, 17.02.2021)

Verfassungsschutz überprüft die Freie Schule am Elsengrund (Berliner Morgenpost, 17.02.2021)

Verfassungsschutz beobachtet Freie Schule in Mahlsdorf (rbb24, 17.02.2021)

Rechtsextremist gab Seminar für Lehrer an Freier Schule in Berlin (Tagesspiegel, 09.03.2021)

Holocausleugner und Rechtsextremist hielt Seminar für Lehrer an Mahlsdorfer Schule (Alles Mahlsdorf, 14.03.2021)

Proteste gegen Corona-Politik in Berlin

Corona-Demo in Berlin: 365 Demonstranten werden festgenommen. Horst Seehofer und Michael Müller verteidigen den Einsatz von Wasserwerfern. Mehrere Tausend Corona-Leugner, Rechtsextreme und andere Gegner der Corona-Maßnahmen demonstrierten am Mittwoch in Berlin. Weil Maskenpflicht und Abstandsregeln nicht eingehalten wurden, löste die Polizei die Großdemo am Brandenburger Tor auf. Dabei kamen auch Wasserwerfer zum Einsatz. Es gab …mehr

Leipziger Corona-Randale

Es sind nicht nur Rechtsextreme in der großen deutschen Wahnbewegung aktiv, die am 7. November in Leipzig aufmarschierte und randalierte. Ein kritischer Zwischenruf Leipzig, am Abend des 7. November: Rechtsextremisten marschieren und randalieren auf dem Leipziger Ring – und es ist mal wieder die Rede vom “Kontrollverlust” der Polizei, die sich plötzlich von den gewaltbereiten …mehr

Ultrarechte Machtprobe

Die Demonstration vom 29. August 2020 in Berlin war keine „Anti-Corona-Demonstration“, sondern Schaulaufen einer bürgerlich-rechten Querfront Der 29. August 2020 markiert eine neue Stufe der ultrarechten Bewegung in der BRD. Die sogenannte Demonstration in Berlin, die auf diesen Tag angemeldet wurde, war vorab mit Hinweis auf die Gefahr, die Einhaltung der Auflagen wie Mindestabstand und …mehr

Rassismus und extreme Rechte in der Polizei: Der Abwehrreflex hat Geschichte

Es braucht dringend wissenschaftliche Untersuchungen über Rassismus in der Polizei. Doch Politik und Polizei wehren sie immer wieder mit fadenscheinigen Argumenten ab.

Racial Profiling ist gesetzlich verboten, also findet es nicht statt. Das ist, sinngemäß, die nicht sehr intelligente Begründung des Bundesinnenministers Horst Seehofer (CSU) dafür, eine unabhängige wissenschaftliche Untersuchung des Rassismus in seinem Zuständigkeitsbereich, also bei der Bundespolizei, für unnötig zu erklären und abzulehnen. Souveränität im Umgang mit Problemen innerhalb der Polizei sieht anders aus. 

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Presseschau rund um das Thema struktureller Rassismus und mögliche extrem rechte Netzwerke in der Polizei:

Neue Todesdrohungen an Linken-Politikerinnen und Baydar (Hessenschau, 16.07.2020)

Der Sumpf im Sumpf – Neonaziskandal in Hessens Polizei (Junge Welt, 16.07.2020)

Hessen und andere Beispiele: Die Polizei – (k)ein Freund und Helfer? (RND – 16.07.2020)

NSU-Ombudsfrau zu Hessen: “Rücktritt des Polizeipräsidenten ist keine Aufklärung” (RND, 16.07.2020)

So viele „Einzelfälle“ (Freitag, 16.07.2020)

„Weiblichkeit, die Gleichheitsansprüche stellt, steht unter ständiger Todesdrohung von rechter Männlichkeit“ (Deutschlandfunk, 16.07.2020) (mehr …)

Sandro Witt und Matthias Quent warnen vor rechtsextremen Vereinnahmung der Corona-Krise

An dieser Stelle dokumentieren wir einen sehr guten Beitrag des “Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft” aus Jena zum Umgang mit den zunehmend von Rechts vereinnahmten Protesten gegen die Maßnahmen der Bundesregierung im Zuge der Corona-Krise:

Sandro Witt, u.a. Vorstandsvorsitzender von Mobit e.V und Matthias Quent, Soziologe und Direktor des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) Jena und ebenfalls Vorstandsmitglied bei Mobit e.V., warnen davor, dass in der Coronakrise Rechtsextreme Ängste schüren und neue Protestbewegungen vereinnahmen.

In verschiedenen deutschen Städten haben am vergangen Wochenende Menschen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen demonstriert. Über das Internet gründet sich derzeit ein Zusammenschluss namens „Widerstand 2020“, der bereits auch über virtuelle Untergruppen in Thüringen verfügt.

Dass die massiven psychischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu Frustrationen, Verunsicherungen, Protesten und zu neuen politischen Akteuren führen, ist verständlich und völlig normal. Menschen suchen nach Antworten, die die Politik offenbar nicht für alle befriedigend und verständlich liefert. Sie suchen auch nach Ventilen für die Frustrationen und Ängste, die uns derzeit alle begleiten und doch gerade die wirtschaftlich Schwächeren besonders hart treffen. Das Virus macht uns gleich und aus der Krise kann Gutes und Neues entstehen: Mehr Solidarität, mehr Gerechtigkeit, mehr Gleichheit und mehr Zusammenhalt aller – unabhängig von Herkunft, Religion, Abstammung oder Geschlecht. Die große Solidarität, die vielen kleinen und großen Hilfen und die beeindruckende Rücksichtnahme der Allermeisten in diesem Land zeigen dies.

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Eine Presseschau mit weiteren lesenswerten Einschätzungen und Berichten zum Thema befindet sich hier: Coronakrise, Demokratieentwicklung, Solidarität in der Nachbarschaft, Gefahren durch Rassismus und rechte Hetze…