Koordinierungsstelle Marzahn-Hellersdorf

Nachgefragt #10 – Kinderrechte in der Krise?

Die Auswirkungen der Pandemie auf Kinder, Jugendliche und ihre Rechte
In den vergangenen Monaten dominieren mediale Berichterstattungen und die gesellschaftlichen Debatten zur Corona-Pandemie sowie den getroffenen behördlichen Maßnahmen.

Kinder, Jugendliche und ihre Rechte sind allerdings wenig bis gar nicht Gegenstand der öffentlichen Diskussionen. Dabei sind sie selbstverständlich Träger*innen von unveräußerlichen Rechten und sollen bei allen sie betreffenden Maßnahmen beteiligt werden. Bisher ist davon kaum etwas zu spüren und wichtige Entscheidungen, die Kinderrechte direkt und indirekt betreffen, werden ohne ihre Stimmen gefällt. Die Maßnahmen zur temporären Schließung von Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen und Spielplätzen sind da nur einige zu nennende Bereiche.

Dabei ist genau jetzt der Zeitpunkt bekommen, Kinderrechte nicht nur mit Lippenbekenntnissen zu erwähnen, sondern sie auf allen Ebenen zu stärken. Bereits seit Jahren sollen Kinderrechte aus der 1989 verabschiedeten UN-Kinderrechtskonvention im Grundgesetz verankert werden. Wie ist die Situation der Kinderrechte zwischen Pandemie und Infektionsschutz?

Im Rahmen der zehnten Ausgabe der Reihe „Nachgefragt. Gestärkt für ein solidarisches Miteinander“ sprechen wir darüber mit Linda Zaiane, Leiterin der Koordinierungsstelle Kinderrechte beim Deutschen Kinderhilfswerk. Gemeinsam gehen wir der Frage nach, wie Kinderrechte gestärkt aus dieser aktuellen Krise hervorgehen können und welche Rolle uns als Fachkräfte zukommt.

Die Interviewreihe im neuen Podcast-Format findet ihr hier.

Sandro Witt und Matthias Quent warnen vor rechtsextremen Vereinnahmung der Corona-Krise

An dieser Stelle dokumentieren wir einen sehr guten Beitrag des “Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft” aus Jena zum Umgang mit den zunehmend von Rechts vereinnahmten Protesten gegen die Maßnahmen der Bundesregierung im Zuge der Corona-Krise:

Sandro Witt, u.a. Vorstandsvorsitzender von Mobit e.V und Matthias Quent, Soziologe und Direktor des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) Jena und ebenfalls Vorstandsmitglied bei Mobit e.V., warnen davor, dass in der Coronakrise Rechtsextreme Ängste schüren und neue Protestbewegungen vereinnahmen.

In verschiedenen deutschen Städten haben am vergangen Wochenende Menschen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen demonstriert. Über das Internet gründet sich derzeit ein Zusammenschluss namens „Widerstand 2020“, der bereits auch über virtuelle Untergruppen in Thüringen verfügt.

Dass die massiven psychischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu Frustrationen, Verunsicherungen, Protesten und zu neuen politischen Akteuren führen, ist verständlich und völlig normal. Menschen suchen nach Antworten, die die Politik offenbar nicht für alle befriedigend und verständlich liefert. Sie suchen auch nach Ventilen für die Frustrationen und Ängste, die uns derzeit alle begleiten und doch gerade die wirtschaftlich Schwächeren besonders hart treffen. Das Virus macht uns gleich und aus der Krise kann Gutes und Neues entstehen: Mehr Solidarität, mehr Gerechtigkeit, mehr Gleichheit und mehr Zusammenhalt aller – unabhängig von Herkunft, Religion, Abstammung oder Geschlecht. Die große Solidarität, die vielen kleinen und großen Hilfen und die beeindruckende Rücksichtnahme der Allermeisten in diesem Land zeigen dies.

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Eine Presseschau mit weiteren lesenswerten Einschätzungen und Berichten zum Thema befindet sich hier: Coronakrise, Demokratieentwicklung, Solidarität in der Nachbarschaft, Gefahren durch Rassismus und rechte Hetze…