Koordinierungsstelle Marzahn-Hellersdorf

Vergessene queere Opfer des Nationalsozialismus

Die Erinnerungsveranstaltung des Bündnisses für Demokratie und Toleranz Marzahn-Hellersdorf mit organisatorischer und finanzieller Unterstützung der Koordinierungsstelle für Demokratieentwicklung am 23.11.2022 zu den bisher kaum bekannten queeren Opfern des Nationalsozialismus fand gut besucht im Grünen Haus in Hellersdorf statt. Anlässlich des ersten offiziellen Erinnerns des Bundestages am 27.1.2023 von Menschen, die im Nationalsozialismus aufgrund ihrer sexuellen Identität und/oder Orientierung verfolgt wurden, hat der Historiker Prof. Dr. Martin Lücke den Bogen gespannt von den ersten Versuchen den Paragraph 175 – unter welchen diese Menschen verurteilt wurden – in der Weimarer Republik zu streichen, über die Verschärfung des und den Umgang mit dem Paragraphen in der NS-Diktatur, zu seiner Fortführung im Nachkriegsdeutschland und den kontroversen Debatten über die Aufarbeitung verschiedener Opfergruppen. (mehr …)

Der „III. Weg“ in Marzahn-Hellersdorf – Aktivitäten der Neonazipartei und Gegenstrategien

Datum: Freitag, 2. Dezember 2022 | 17 – 21 Uhr

Ort: Internationales Jugendzentrum „Anna Landsberger“ (Prötzeler Ring 13, 12685 Berlin)

Anbindung: Tram 18, M6; Bus 195, 197, X69 Landsberger Allee / Blumberger Damm

  • ab 17 Uhr: Graffiti-Workshop gegen rechts (mit dem Jugendforum Marzahn-Hellersdorf)
  • ab 19 Uhr: Informationsveranstaltung, Referent:innen:
    • Antifaschistisches Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin e.V. (apabiz)
    • Registerstelle Marzahn-Hellersdorf
    • Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR)

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Lesung mit Grit Lemke: „Kinder von Hoy. Freiheit, Glück und Terror“.

Grit Lemke, bekannt als Autorin und Dokumentarfilmemacherin (u.a. Gundermann Revier 2019), nimmt die Leser*innen in ihrem Roman „Kinder von Hoy“ mit in das Hoyerswerda ihrer Kindheit und Jugend. Sie erzählt von der Entstehung der einstigen Musterstadt der DDR, den rund um den Schichtdienst im Gaskombinat „Schwarze Pumpe“ organisierten Leben der Erwachsenen und dem Entstehen einer Kulturszene, in der vor allem die jungen Menschen aktiv werden, von denen den meisten selbst eine Zukunft als Teil der Schichtkolonnen bevorsteht. Dabei beschreibt Lemke die sozialen Gefüge in der sozialistischen Kleinstadt, in der alle ihren festen Platz und ihre vorbestimmten Rollen innehaben. Die sozialen Umbrüche der Wendezeit, das neue Freiheitsgefühl, die parallel aufkommende Desorientierung und Verunsicherung durch veränderte wirtschaftliche und soziale Ordnungen führen dazu, dass aus einem immer schon vorhandenen Rassismus eine starke rechte Strömung entsteht. Deren Aktivitäten finden schließlich im September 1991 in den rassistischen Ausschreitungen ihren vorläufigen Höhepunkt und richten sich im Folgenden gegen progressive Jugend- und Kultureinrichtungen. Lemke zeigt auf, wie sich Gesellschaft und Stadtbild durch den verstärkten Wegzug der jüngeren Generationen nun wieder ändern, welche Herausforderungen das neue politische System für die Einzelnen, aber auch für bisherige soziale Konstellationen mit sich bringt. (mehr …)

Vergessene queere Opfer des Nationalsozialismus

Vergessene Opfer: Menschen, die im Nationalsozialismus aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität und/oder sexuellen Orientierung verfolgt und ermordet wurden

Am 27. Januar 2023 wird der Deutsche Bundestag erstmals derjenigen gedenken, die auf Grund ihrer geschlechtlichen Identität und/oder ihrer sexuellen Orientierung im nationalsozialistischen Deutschland verfolgt, inhaftiert und ermordet wurden. Angesichts dessen, dass es das Gedenken des Deutschen Bundestags seit 1996, also immerhin seit 27 Jahren gibt, ein beschämend später Zeitpunkt. Diese Opfer wurden ebenso jahrelang vergessen wie Sinti und Roma oder die sogenannten „Asozialen“, die auch im Nachkriegsdeutschland wieder ausgegrenzt und diskriminiert wurden. Schwule Männer waren in beiden deutschen Staaten noch lange strafrechtlich bedroht – erst 1994 wurde der menschenverachtenden § 175 des StGB endgültig aufgehoben.

Das Bündnis für Demokratie und Toleranz Marzahn-Hellersdorf erinnert mit einer Veranstaltung am 23. November 2022,  von 18.00h – 20.00h im Grünen Haus (Boizenburger Straße 52-54) an das Schicksal der queeren Opfer des Nationalsozialismus. Dazu gehört auch die Diskussion darüber, welche Schlussfolgerungen wir aus diesem Teil deutscher Geschichte für heute ziehen müssen. (mehr …)

Empower­ment ist kein Aspirin

Leseempfehlung! Ein neues Interview in unserer nachgefragt-Reihe der Berliner Fach- und Netzwerkstellen:

Im neusten Nachgefragt-Interview haben unsere lieben Kolleg*innen von Visionen für Pankow mit Claudia Tribin von Xochicuicatl e.V. Asociación de mujeres latinoamericanas en Berlín und Teresita Cannella von Trixiewitz e.V. darüber gesprochen, was es braucht, damit Empowerment nachhaltig funktionieren kann. Viel Spaß beim Lesen: www.nach-gefragt.org/interviews/empowerment-ist-kein-aspirin

Berliner Parteien vor dem Wahlkampf: Alles von vorn, aber anders

Nun steht es fest: Berlin muss nochmal wählen, weil 2021 zu viele Pannen passiert sind. Die Parteien haben das kommen sehen, der Wahlkampf ist längst entbrannt. Die Stimmzettel sind bei der Wiederholungswahl die gleichen, für die politischen Vorzeichen gilt dies nicht. Mehr dazu hier.

Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin erklärt die Wahlen zum 19. Berliner Abgeordnetenhaus und den Bezirksverordnetenversammlungen vom 26. September 2021 für ungültig (Verfassungsgerichtshof Berlin, 16.11.2022)

Franziska Giffey zur Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs des Landes Berlin (Senatskanzlei, 16.11.2022)

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Neue Autoritarismus-Studie(n)

Ein zentrales Ergebnis der am 9.11.2022 neu erschienen Leipziger Autoritarismus-Studie von Oliver Decker und Elmar Brähler ist, dass „neben der Ausländerfeindlichkeit Rechtsextreme heute viel mehr Möglichkeiten [haben], in der Mitte der Gesellschaft Anschluss zu finden, nicht weniger“. Zu den Gründen gehören neben manifester Ausländerfeindlichkeit (mit ca. 22% im bundesweiten Durchschnitt), sich weithin stark verbreitende Ressentiments …mehr

Bericht zum Klangverstärkerfestival 21. + 28./29.10.2022

Am letzten Oktoberwochenende endete der Aktionsmonat „Oktober in Vielfalt“ mit dem Klangverstärkerfestival in der Jugendfreizeiteinrichtung (JFE) „Am Hultschi“. Das fulminante Veranstaltungsformat bot Aktivitäten für alle Geschmäcker. Trommel- und Graffitiworkshop, Seifenherstellung, 3D-Druck, diverse musikalische Beiträge uvm. Im Bereich der politischen Bildung konnten Interessierte mit Anti Anti in’s Gespräch über die Prävention von Online-Radikalisierung kommen und tollen …mehr

Newsletter für Demokratieentwicklung in Marzahn-Hellersdorf – November/Dezember 2022

Liebe Leser*innen,

herzlich willkommen zum achten Newsletter der Koordinierungsstelle für Demokratieentwicklung Marzahn-Hellersdorf im Jahr 2022 für die beiden Monate November und Dezember.

Wie immer möchten wir einleitend ein wenig ausführlicher über einzelne Aktivitäten der letzten und kommenden Wochen im Bezirk berichten.

Das Bündnis für Demokratie und Toleranz Marzahn-Hellersdorf hat die vorerst temporäre Arbeitsgruppe „soziale Härte“ gegründet, die sich intensiv mit den Herausforderung rund um Inflation, steigende Energiekosten etc. auseinandersetzt. Schnell hat sich die AG entschieden, den Fokus ihrer Arbeit nicht auf Protest, sondern Impulse der Unterstützung und des Zusammenhalts setzen zu wollen. So entstanden u.a. die Idee zum Aufbau eines neuen Begegnungsortes, in dem neben einem Umsonstladen auch Raum für Beratungsgespräche, Begegnung und Austausch geschaffen werden sollen. Die Umsetzung wird eifrig verfolgt und wir hoffen, bis zum Jahresende die Eröffnung verkünden zu können. Außerdem hat die AG beschlossen, die vielen sozialen Angebote rund um Beratung zu allen mit unseren Finanzen zusammenhängenden Themen u.a. zu bündeln und bekannter zu machen. Diese Liste wird in den kommenden Tagen auf der Seite des Bezirksamt beworben und wir hoffen auf eine breite Streuung, um möglichst viele Einwohner*innen mit diesen Informationen zu erreichen.

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Mobile Soundanlage zum Verleih ist ab sofort da!

Die Koordinierungsstelle für Demokratieentwicklung Marzahn-Hellersdorf hat ab sofort eine mobile Soundboks 4 für Veranstaltungen und Kundgebungen inklusive Mikrofonen, Kabeln und Rucksackgestell zum Transport (falls kein Auto vorhanden ist) zur Verfügung stehen. Das Equipment kann über das Büro der Koordinierungsstelle in der Neuen Grottkauer Straße 5 (U-Bahnhof Kienberg/Gärten der Welt) an Akteur*innen der Zivilgesellschaft in Marzahn-Hellersdorf kostenfrei für eigene Formate (Veranstaltungen, Kundgebungen, Nachbarschaftsfeste etc.) ausgeliehen werden. Wir würden uns sehr freuen, wenn das Equipment zahlreich genutzt wird! Unsere Kontaktdaten finden sich hier! #mahesolidarisch #solidarischekiezemh #nonazis